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Wespenspinne

Foto: Manfred Lendle
Foto: Manfred Lendle

Die Wespenspinne (Argiope bruennichi) baut ein klassisches Radnetz, meist knapp über dem Boden in Wiesen und Brachflächen. Typisch ist das „Zickzack‑Band“ aus weißer Seide in der Netzmitte, das sogenannte Stabiliment, das aussieht, als hätte jemand mit Tipp‑Ex durchs Netz geschmiert. 

Sie lauert dort auf Beute wie Heuschrecken, Bienen und Wespen und wickelt diese blitzschnell in Seide ein, bevor ein Giftbiss den Rest erledigt. Anschließend werden die Weichteile der Beute durch Verdauungsenzyme verflüssigt und regelrecht ausgesaugt. 

Das Weibchen kann eine Körperlänge bis etwa 25 mm erreichen, das Männchen nur rund 6 mm. Nach der Paarung ist Vorsicht geboten. Die Weibchen sind extrem kannibalistisch, bei etwa 80 von 100 Paarungen wird das Männchen gefressen.

Noch um 1900 gab es in Deutschland nur wenige bekannte Vorkommen, heute ist sie in vielen Regionen in geeigneten Wiesenlebensräumen keine Seltenheit mehr. Wespenspinnen wurden in Deutschland zur „Spinne des Jahres 2001“ gewählt. Schauen Sie beim nächsten Spaziergang die Wiese genauer an, bevor man sich ins Gras plumpsen lässt.