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Pracht-Becherling

Foto: Peter Liebthal
Foto: Peter Liebthal

Frische Pilze gibt’s nicht nur im Herbst im Wald. Der Pracht-Becherling (Sarcoscypha), auch Kelch-Becherling genannt, ist einer der auffälligsten Frühjahrsboten unter den Pilzen. Mit Beginn der Schneeschmelze (Januar bis April) wächst dieser Pilz meist auf Eschenästchen. Die leuchtend zinnoberrote Farbe der Innenseite entsteht infolge der eingelagerten Carotinoid-Pigmente. Diese Farbstoffe schützen das Gewebe vermutlich vor Lichtstress und machen den Pilz besonders auffällig. Seine Außenseite ist deutlich blasser und oft fein filzig, da sie von winzigen Haaren bedeckt ist. Diese Struktur kann helfen, Feuchtigkeit zu halten und das empfindliche Fruchtkörpergewebe vor Austrocknung zu schützen.

Gefressen wird der Pracht-Becherling vor allem von Schnecken, Insektenlarven und gelegentlich auch von kleinen Säugetieren. Für den Menschen ist er kein Speisepilz. Dieser Pilz ist auf naturnahe Feuchtwälder, Bruchwälder und bachbegleitende Gehölze angewiesen. Deren Entwässerung führt zu seinem Rückgang. Wegen der geringen Zahl an optimalen Fundorten und des mäßigen Rückgangs ist er in der Roten Liste Deutschlands als gefährdet (Kategorie 3) bzw. stark gefährdet (Kategorie 2) eingestuft.