
Küchenschellen (Pulsatilla) wirken, als hätten sie sich für den Frühling extra einen flauschigen Pelz zugelegt. Ihre feinen, silbrig schimmernden Härchen bedecken Stängel, Blätter und sogar die Knospen – und das ist ein multifunktionales Überlebenspaket für einen ziemlich anspruchsvollen Lebensstart im Jahr.
Küchenschellen strecken ihre Blüten aus dem oft noch frostigen Boden. Die dichte Behaarung verlangsamt den Wärmeverlust und schützt empfindliche Gewebe vor nächtlichem Frost – die isolierende Luftschicht wirkt ähnlich wie ein Daunenmantel. Gleichzeitig reduzieren die Haare die Verdunstung in der windigen Frühlingsluft. Auch reflektieren die hellen Härchen einen Teil des Lichts und verhindern, dass die Pflanze bei kaltem Boden, aber starker Sonneneinstrahlung „überhitzt“. Schließlich erfüllen die Haare auch eine gewisse Abwehrfunktion: Für kleine Pflanzenfresser oder Insekten ist die Oberfläche weniger attraktiv oder schwieriger zu überwinden.
