
Der Russische Bär (Euplagia quadripunctaria) ist kein Raubtier aus Sibirien, sondern ein eleganter Nachtfalter, der auch tagsüber aktiv sein kann. Seine Vorderflügel wirken unauffällig dunkel mit hellen Streifen – fast wie Tarnkleidung im Wald. Doch sobald er die Flügel öffnet, zeigt er ein leuchtend rotes Hinterflügelpaar mit schwarzen Punkten, das Fressfeinde abschreckt. Seine auffällige Färbung dient als Warnsignal für seine Ungenießbarbeit – ein klassisches Beispiel für sogenannte Aposematismus in der Natur. Die Dosis der pflanzlichen Giftstoffe ist für gesunde Menschen vollkommen harmlos.
In Mitteleuropa fühlt sich der Russische Bär besonders in warmen, feuchten Tälern wohl, etwa entlang von Flussläufen. Die Raupen sind wenig wählerisch und fressen unter anderem Brennnesseln und Brombeeren, während die erwachsenen Falter gern an Blüten wie Wasserdost (Eupatorium cannabinum) saugen, wie auch auf dem Foto.
Der Russische Bär wurde zum Schmetterling des Jahres 2025 gekürt. Er gilt zwar als ungefährdet, sein Lebensraum kann jedoch beeinträchtigt werden. Der Erhalt von besonnten Bereichen und Saumgesellschaften im Wald, Förderung einer vielgestaltigen Landschaft mit Säumen und Hecken sowie naturnaher Gärten sind geeignete Maßnahmen zur Förderung dieser beeindruckend gefärbten Falter.
